Diagnose: Brustkrebs

16.01.2017 Als mir die Ärztin vom Brustzentrum das Ergebnis der Biopsie mitteilte, fühlte es sich an als hätte mich gerade eine Walze überrollt…

„Es tut mir leid, wir haben einen kleinen Brustkrebs bei ihnen gefunden!“

Meine Frage war ob es was Bösartiges wäre,oder…. doch Krebs ist immer bösartig!“Holen sie sich bitte eine Einweisung und vereinbaren sie ein Gespräch im Krankenhaus!“        Boah…nach diesem Telefonat musste ich es erstmal meinem Sohn schildern, um es zu realisieren! Nachdem ich den ersten Schock verdaut hatte und einen Termin im Krkh. für 3 Tage später machen konnte, stellte sich eine gewisse Ruhe ein. Auch das Aufklärungsgespräch mit meinem Gyn. am Abend gab mir eine gewisse Ruhe. Ich ging normal wie immer zu Bett, um am nächsten Tag fit zu sein…der Schlaf war unruhig, wie sollte es auch anders sein.

Der 2. Tag

Als ich wach wurde war irgendwie alles wie immer. Nach dem ersten Kaffee fiel es mir wieder auf die Füsse…Du hast Brustkrebs!!! Mir ist alles entglitten, ich konnte nicht mehr aufhören zu weinen! Ich konnte es nicht kontrollieren, ich wurde kontrolliert, das fühlte sich furchtbar an…konnte ich sonst immer alles kontrollieren. Machtlosigkeit macht sich breit. Ich konnte jetzt nicht einfach zur Tagesordnung übergehen…ich ließ mich krank schreiben! In meiner Gyn.Praxis  waren alle sehr einfühlsam…ich hatte Angst, doch es ist normal Angst zu haben. Ich sollte jetzt an mich denken. Ich weiß gar nicht wie das geht, hatte ich doch Verpflichtungen…Verantwortung! Der Tag ging zu ende mit Grübeleien und viel Infos aus dem Netz!

Der 3.Tag

Heute geht es erstaunlicher Weise besser! Ich habe Brustkrebs, erzähle es jedem der fragt und mache kein Geheimnis daraus! Ich recherchiere im Netz lese viel von Betroffenen und spüre, dass ich nicht allein bin! Meditation und Heilsteine werden nun ein Thema, meine schon gesunde Ernährung nochmal überdacht! Ich mache wieder Sport, probiere auch Yoga aus. Mein Rücken ist verspannt wie lange nicht. Mental bin ich an meiner Untergrenze angelangt, aber ich muss was dagegen tun. Ich möchte am liebsten gleich alles wieder in den geregelten Bahnen haben, doch nichts läßt sich regeln, schon gar nicht der Krebs!!! Mit einen Rosenquarz unterm Kopfkissen und einer ersten Yogastunde bekomme ich nun etwas Nachtschlaf!

Der 4.Tag

Vorbesprechung im Krkh.! An diesem Morgen fühlt sich alles normal an. Bis auf das Schwert, welches über meinem Kopf zu hängen scheint! Der Tumor ist noch da, aber er verhält sich ruhig. Bis zum Termin um 11 Uhr ist noch Zeit, ich bin nervös! Wie in Trance fahre ins Krkh..Meine Gedanken über die Diagnose laufen in meinem Kopf in einer Endlosschleife. Nur noch wenige Minuten bis zum Gespräch, irgendwie fühlt es sich jetzt mal ganz gut an. Nach dem Gespräch gibt es ein  Etappenziel, einen Plan, das fühlt sich schon viel besser an!!

Termin im Krankenhaus 6.2.17, in gut 2 Wochen. Und wieder muss ich warten! Eine Achterbahn der Gefühle, dennoch wird die Fahrt ruhiger!

In den Wochen vor der OP versuche ich in den Alltag zurückzukehren. Es gelingt mir ganz gut! Aber nur weil ich jedem der es wissen muss sage, „ich habe Brustkrebs“. Unterschiedliche Reaktionen begegnen mir….und jeder geht anders damit um. Doch der Begriff „Krebs“ macht uns allen Angst! Mich rückt es ein Stück weit in den Mittelpunkt, das tut mir gut. Es geht jetzt mal um MICH und ich lasse es zu! Vielleicht habe ich schon jetzt was gelernt.

4 Kommentare zu „Diagnose: Brustkrebs

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  1. Wir würden gern einer Kollegin des Ingenieurs etwas Gutes tun, die die Diagnose Brustkrebs erhalten hat und jetzt Chemo bekommt. Kannst du mir einen Rat geben, was gut ist? Ich würde Kekse backen oder wir kaufen Blumen -bin aber nicht sicher, ob das gut ist.
    LG Ilka

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    1. Hallo Ilka, lieb dass du mich fragst. Also aus meiner Erfahrung, auch mit vielen anderen „Brustkrebsen“, ist das immer sehr individeuell zu betrachten. Du kennst die Dame!? Vielleicht liest sie gern, und du schenkst ihr ein schönes Buch, mit dem sie einfach auf andere Gedanken kommen kann. So eine Chemositzung dauert lang! Ich persönlich würde mich immer auf etwas Aufbauendes, etwas an das ich glauben kann, freuen. Essen und Chemo ist oft keine gute Kombination, denn nicht jeder verträgt die Chemo…also 80% schlecht! Blumen sind sicher schön, würde ich mich auch `drüber freuen, gerade in dieser Jahreszeit. Vielleicht findest du ein kleines Buch und legst die Blume noch dazu….und verpackst das mit den richtigen Worten. Als „Meditations-Ute“ würde ich mich auch über einen Talismann freuen, an dem kann man sich festhalten. Das wäre jetzt das, was ich dir raten könnte. Aber frage mich gern wieder, falls du unsicher bist. LG Ute

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      1. Danke dir, ich hatte mir das fast gedacht. Dann wird es auf Blumen oder ein Malbuch hinauslaufen. Ich kenne sie selber nicht, weiß aber, wie allein man sein kann, wenn sich von den Kollegen niemand meldet. Da mein Mann eng mit ihr zusammenarbeitet, ist ihm wichtig, dass der Kontakt nicht abreißt. LG Ilka

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